Japan Juli / August 2016
Japan – eine Reise durch Licht und Stille
Japan hat mich anders Sehen gelehrt. Im Juli und August 2016 bin ich mit der Kamera durchs Land gereist – durch Tempel, Gärten, Städte bei Nacht und Landschaften, die sich völlig von allem unterscheiden, was ich kannte. Diese Serie ist mein fotografisches Tagebuch dieser Reise.
Was mich am meisten geprägt hat, war die japanische Beziehung zu Raum und Stille. Zwischen dem Trubel von Hiroshima und der Ruhe eines Zen-Gartens liegt eine Spannung, die ich mit der Kamera einzufangen versucht habe – nicht als Postkarten-Motiv, sondern als Stimmung, als Gefühl von Fremdheit und Nähe zugleich.
Diese Bilder waren der Wiedereinstieg in die Fotoagrafie nach einer Jahrzehnten langen Pause, aber der Blick war noch derselbe: aufmerksam, geduldig, auf der Suche nach dem Moment zwischen den Momenten. Ich hoffe, du findest in dieser Galerie etwas von der Stille wieder, die mich damals begleitet hat.
Manche der stärksten Bilder entstanden nicht dort, wo ich sie erwartet hatte. Ein Kind, das durch eine Glasscheibe schaut. Ein Bambuswald, durch den kaum Licht dringt. Ein Flugzeug-Schriftzug in der Abenddämmerung, der irgendwie das ganze Gefühl von Ankunft und Fremde einfängt. Ich reise selten mit einem festen Plan – ich reise mit offenen Augen und lasse mich von dem führen, was mich anspricht.
Japan hat mich außerdem daran erinnert, wie viel Ausdruck in Zurückhaltung liegen kann. In einer Kultur, die Höflichkeit, Präzision und Ruhe so sehr schätzt, wirkt jede kleine Geste, jede Falte in einem Gewand, jeder Schatten in einem Garten bedeutungsvoller. Das hat meinen fotografischen Blick nachhaltig verändert – weg vom Lauten, hin zum Leisen. Diese Haltung begleitet mich bis heute, auch in meiner Arbeit als Tango Coach und Musiker: Nicht alles muss laut sein, um zu berühren.
Diese Japan-Fotoserie ist bis heute eine meiner persönlichsten Arbeiten – ein Beleg dafür, dass die besten Reisebilder oft nicht die spektakulärsten Sehenswürdigkeiten zeigen, sondern die leisen Zwischenmomente. Wenn dich dieser Stil anspricht und du selbst ein Fotoprojekt planst – ob Reise, Portrait oder Reportage – schreib mir gerne über meine Kontaktseite.